intenet-is-just-a-hype

Heute sitze ich hier und ärgere mich dadrüber, wenn ich unterwegs von 4G ins langsamere Internet zurückfalle im Tunnel. Das war mal anders,… ganz anders.

Wenn man früher ins Internet wollte, brauchte man erst mal viel Zeit um seine Eltern davon zu überzeugen, warum man dieses Internet unbedingt brauchte. Ich war leider keiner von denen, dessen Eltern selber Bock darauf hatten – und schon ISDN hatten. Nachdem ich nach wochenlanger Überzeugungsarbeit meine Eltern so weit hatte, konnte es losgehen – natürlich nur zum Hausaufgabenrecherchieren und sowas 🙂 Natürlich hatte ich mich schon vorher genau darüber informiert, was ich brauche und was mich das kostet.

Das Erste was ich also brauchte war ein Modem. Und ich weiß noch genau welches ich hatte: Ein 56k Modem von ELSA mit blauem Deckel:
elsa-56k-modem-90er

Ich hatte mir auch vorher schon ein Programm besorgt, was immer den billigsten Tarif aussucht zum Einwählen ins Internet. Bei mir hieß das Tool SmartSurfer. Dann auf Verbinden drücken und es passierte das:
5e10f6175f960d48

Und dann stand da… Verbunden… Und jetzt?
Erstmal ICQ besorgen – das benutzen alle aus meiner Klasse!

icq

Jetzt war man voll für die Kommunikation der neuen Zeit gewappnet. Ich hab mich wie ein Zukunftsmensch gefühlt, als ich einfach mit meinen Freunden schreiben oder sehen welchen „Status“ sie haben, ohne SMS dafür zu bezahlen. Es war ja schließlich „kostenlos“ – zumindest bis zur ersten Telefonrechnung hehe…

Dann musste das nächste Programm her: NAPSTER
napster-screenshot

Das war schon eine krasse Erfahrung. Man kann einfach alles runterladen. Und zwar nicht von irgendwelchen anonymen Servern, sondern von anderer Menschen Festplatten. P2P. Der Download lief also, ich weiß gar nicht mehr, was mein erstes Lied war. Allerdings musste ich in der Zwischenzeit zwei Mal meine Schwester abwimmeln und einmal meine Mutter vertrösten, dass ich jetzt noch nicht das Internet verlassen könne. Wer kannte die Situation nicht: Man war nur wenige Kilobyte von seiner MP3 entfernt und der Sadist gegenüber, wo immer er auch war, bricht ab. 20 Minuten für den Arsch gewartet – umsonst! Einfach Napster halt. Trotzdem geil. OK, jetzt gehe ich mal lieber offline. Freunde und Verwandte beschwerten sich schon über den Dauerzustand des Besetzt-Tons am Telefon. Ab Nachmittag kam keiner mehr durch unter unserer Telefonnummer 🙂

Dann hab ich halt ne CD mit dem Audiograbber auf die viel zu kleine Festplatte gerippt:
ssaudiograbber

Und dann mit WINAMP angehört…
portable-winamp-8

Seither hat das Internet nie die Magie auf mich verloren – ganz im Gegenteil bin ich jeden Tag aufs neue erstaunt was man damit alles anstellen kann und wie angewiesen man darauf ist… INTERNET IS JUST A HYPE – 1995 Bill Gates

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