Mit knapp 11 Millionen Zuschauern galt die „Traumhochzeit“ in den spätern 90er Jahren als Publikumsmagnet. Kein Wunder, plauderten doch die Hochzeitspaare in spe ungeniert über ihre sexuellen Vorlieben.

 

 
In den 90s war sie der Prototyp einer Holländerin: die blonde Linda de Mol, hineingeboren in das Medienimperium „Endemol“ ihres Vaters, konnte wie kaum eine Andere holländische Kehllaute in die Kamera schmettern und die Deutschen fraßen ihr aus der Hand. Sie war die Fleisch gewordene Empathin und präsentierte in über 90 Sendungen im TV, wie man(n) vor Frau und vor laufender Kamera in die Knie ging und um das Ja-Wort bat. Dem nicht genug: Einmal in die Sendung hineingecastet, traten drei Ehepaar-Anwärter gegeneinander an und durchliefen skurrilste Spielparcours. Ziel: Eine inszenierte Live-Hochzeit vor Millionen von Zuschauern. Und Eine heulte am herzzerreissendesten und imposantesten: die Gastgeberin. Frau de Mol war die verständnisvoll Blickende, zustimmend Nickende und mitfühlend Händchen-Haltende – sie war Initiatorin und der ungeladene Gast zugleich. Wer vor Linda heiratete, der hatte vermutlich „unbedingt weinen am Schluss“ in seinem Teilnehmer-Vertrag drin stehen. Linda de Mol überließ nichts dem Zufall und sorgte in 120 Minuten für Gänsehaut-Effekte der besonders kitschigen Extraklasse.

Auf eines allerdings hatte auch eine Linda plus RTL-Produktionsfirma keinen Einfluss: den Intellekt der Aspiranten. Und so geschah das Unausweichliche: In einer der Live-Sendungen wurden Mann und Frau voneinander getrennt nach dem letzten Sex gefragt.

Linda: „Wo hatten Sie das letzte Mal gemeinsam Sex?“
Er: „In der Küche“
 
Sie wurde auf die Bühne geführt und ihr wurde die gleiche Frage gestellt.
 
Sie: „Muss ich das beantworten?“
Er: „Bitte Schatz. Es geht jetzt um alles“
Sie: „Aber das ist doch peinlich“
Er: „Nein. Ich habe es doch schon beantwortet. Nun musst du es nur nochmal beantworten“
Sie: „Also gut. Im Po “  

 
Nach einem kollektiven Aufschrei im Publikum und dem langen Blick einer pikiert und errötet in die Kamera schauenden Moderatorin, brach ein unvergleichliches Gelächter unter den Zuschauern aus. Traumhochzeit folgend.
Der Kultstatus der Sendung wuchs ins Unermessliche und man fragte sich heimlich, ob denn dieser Fauxpas nicht vielleicht doch im Skript stand. Und selbstverständlich ist dieser Ausschnitt aus sämtlichen Archiven der Internet-Untiefen verschwunden.
RTL hat´s gerichtet und Linda schwieg vorbildlich.
Im Jahr 2000 hat es sich dann endgültig ausgehochzeitet.
Schade eigentlich…

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2 Antworten Zum Artikel
  1. Oh, mal wieder ein Lösch-Nebelkerzen-Werfer…

    so gern die reale Existenz dieses Meilensteines der TV-Live-Geschichte durch sehr wahrscheinlich bezahlte Verleugner auch in Abrede gestellt wird – es ändert nichts daran, dass ich diese Szene damals LIVE IM TV GESEHEN HABE!
    Wer behauptet, dies sei nicht geschehen, lügt, oder ist ferngesteuert.
    Tatsächlich kann ich NOCH HEUTE, nach gut 20 Jahren, wenn ich mich gelegentlich daran erinnere und/oder in meiner Medien-Schublade wühle (und fündig werde), lauthals und langanhaltend darüber lachen – um ehrlich zu sein, habe ich damals locker ne halbe Std. auf dem Teppich gelegen (ja, wortwörtlich!), weil ich mich nicht mehr auf der Couch halten konnte – der Begriff „rofl“ wurde evtl. an diesem Abend erfunden, wer weis.
    Ich habe davor und danach NIEMALS wieder auch nur annähernd, derartig, bis zur körperlichen Erschöpfung, gelacht, und wage zu prognostizieren, dass das auch so bleiben wird (wohl eher zu hoffen, da altersbedingt wohl lebensgefährdend).
    Damals habe ich direkt anschliessend (nachdem ich wieder halbwegs atmen konnte) einen guten Freund angerufen, um ihn an diesem Brüller teilhaben zu lassen – ich musste das Telefonat mehrfach abbrechen, da ich meine Sätze vor Lachen nicht zu Ende sprechen konnte.

    Hab ich mir natürlich alles nur ausgedacht, und das ist wahr.
    Nicht dass morgen Post vom Imperium, mit Abmahnung etc. kommt.
    Der Stick liegt im Ausland im Bank-Schliessfach, oder so…

    Diese Seite ist sicherlich eine Art digitaler Klebestreifen-Fliegenfänger – mal schaun wer sich äussert, den verklagen wir dann auf Unterlassung…
    macht mal §)
    Ich kann verstehen, dass es um Persönlichkeits-Schutz geht, aber es komplett zu verleugnen, das ist wie wenn Nordkorea mit der DDR ein (wirklich Krötenpockigknorpeligbuckeliges) Kind zeugt – und es „Wahrheit“ nennt.

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